Mein Erlebnis: „Küchenmeister“

Wie kam es dazu?

Ich spielte schon länger mit dem Gedanken, den Küchenmeisterkurs zu beginnen. Einerseits ist die Kursgebühr nicht gering, andererseits ist auch die zeitliche Verpflichtung nicht zu verachten. Bei mir war es so, dass ich fast sechs Monate lang nichts anderes tat, als für den Kurs zu lernen, drei Arbeiten zu schreiben, die einer Masterarbeit im Studium ähneln, und mir Gedanken über den zweiten Teil des Kurses, die Praxis, zu machen (dies ist in den sechs Monaten enthalten). Da blieb nicht viel Zeit für Erholung, Freunde und Familie.
Mit einer neuen Stelle fand ich jedoch, dass ich genug Zeit und Energie hatte, um mich dieser Herausforderung zu stellen. Trotzdem habe ich nach der offiziellen Arbeit zwei bis drei Stunden und an freien Tagen 13 Stunden für den Kurs gearbeitet. Zwei Jahre lang gab es keinen Urlaub, da ich alle Urlaubstage für die Präsenz im Kurs brauchte.

Darauf konnte ich mich einstellen, da ich dass durch einen arbeitskollegen erfahren hatte, der einige Zeit die Prüfung abgelegt hatte.

Würde ich es wiede machen?

Kann nach all dem noch immer sagen, dass es das wert war? Aus meiner Perspektive war es eine intensivere Lehrzeit mit Gleichgesinnten, mit Verrückten, die sich dieser Herausforderung stellten und bei denen man die Motivation und Leidenschaft spürte. Es war motivierend. Es war herrlich, wieder das Feuer zu spüren und sich mit Kollegen messen zu können. Nicht das schwächste Glied in der Gruppe zu sein. Zusammengefasst: Ja, es hat sich gelohnt.

Meine Emotionen im Kurs?

Ich hatte eine reale „Angst”, denn ich war der Jüngste. Im Vergleich zur nächstälteren Teilnehmerin hatte ich sechs Lebensjahre und fast zehn Berufsjahre weniger. Ich wollte mich vor diesen „elitären“ Kollegen, die schon so lange im Beruf tätig sind, nicht blamieren.
Doch im Laufe des Lehrgangs stellte sich diese Angst als irrelevant heraus. Es ging um keine Stelle und auch nicht um Lorbeeren, um die man intern kämpfte. Wir unterstützten uns alle, denn jeder hatte seine Expertise. Wenn jemand Hilfe brauchte, haben wir ihn unterstützt und weitergeholfen. Selbst heute, fast zwölf Monate (heute: 07.01.2026) später, ist unsere WhatsApp-Gruppe aktiv. Wenn auch nicht mehr so aktiv wie zur Kurszeit.

Zudem wurde ich vorallem im Praktischen Teil gelobt, wie kreativ ich denken kann und wie gut die Umsätzung mir bei den Überraschungswarenkörben gelungen ist. (Jeder Teilnehmer hat 30 Minuten zeit alle Zutaten zu erkennen und ein 3 Gänge Menü zu schreiben. Natürlich mussten wir alles Rezeptieren (Zutaten und Zubereitung) und alles fachlich Korrekt mit Allergenen versehen. Um es ein wenig Interessanter zu machen, muss man diverse Vorgaben in jedem Gang erfüllen.

Für mich war es ein Highlight in meiner Karriere. Es gab mir die Energie weiterzumachen und nicht abzubrechen.


Als Beispiel der Kochherausforderung mussten wir einen Strudel als Suppeneinlage, gefüllte Pasta im Hauptgang und einen Scheiterhaufen mit Eis deiner Wahl im Dessert kochen. Zusätzlich musste man ein Brot backen und mindestens einen Aufstrich herstellen.

Wie bekomme ich Feedback und Lernmaterial?

Die Trainer, wie es beim WIFI heißt, waren immer per E-Mail erreichbar, über die Plattform bekamen wir PowerPoint-Präsentationen und Übungsmaterial. Diese Folien beispielsweise enthalten Zusammenfassungen zu Themen, für die man sonst mehrere Bücher mit intensiver Berufserfahrung benötigt.
Als vergleichsweise Frischling war alles neu und interessant für mich. Allerdings gab es einen weiteren Kursteilnehmer, der in seiner Freizeit fischt und sich beim Thema Fisch gelangweilt hat. Er wäre an diesem Tag beispielsweise lieber zu Hause geblieben, konnte es aber aufgrund der Präsenzpflicht nicht.

Die Mappe die ich bekam verstaubte im Vergleich eher.


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